Dienstag, 15. Juli 2008

Hundefutter und andere Köstlichkeiten

Nachdem Jochen und ich unsere Container abgegeben hatten, trennten sich unsere Wege. Er nahm die letzte Dose im Hafen auf und verabschiedete sich damit in Richtung Heimat. Für mich blieb nur ein leerer Auflieger im Shag Yard und eine Ladung von Menu Foods in Pennsauken NJ für Bramton ON. Von diesem Kunden hatte ich noch nie gehört, aber dem Namen nach gab es dort immerhin etwas Essbares.

In der Tat... Wie sich herausstellte, gab es eine Fuhre Hundefutter für mich. Mal was anderes als ständig nur Hummer
und Südfrüchte... Als ich die Halle betrat, drehte sich mir aufgrund des Geruches fast der Magen um. Aber so riecht es nunmal in Tierfutterfabriken und nachdem ich mich angemeldet hatte, konnte ich im Truck warten. Mit dem Büchsenfleisch bin ich an diesem Tag noch bis kurz hinter die New Yorker Staatsgrenze gefahren. Hätte zwar noch bis nach Buffalo fahren können, aber der fiese Geruch hing mir immer noch in der Nase und ich fühlte mich ziemlich mies.

Heute morgen bin ich weiter und mußte diesmal über einen anderen Grenzübergang, nämlich Fort Erie. Das war mal eine gelungene Abwechslung, auch wenn es ein kleiner Umweg war.
Punkt zwölf dockte ich in Brampton an die Rampe und wurde innerhalb von 15 Minuten abgeladen. Wenn es doch immer so wäre... Die nächste Ladung wartete in Form von 25 Paletten Bacardi Rum nur ein paar Straßen weiter. Leider waren noch zwei andere Trucks vor mir dran und so konnte ich nochmal gemütlich mein Modem auspacken und ins Internet. Habe frohe Kunde per Email erhalten, wer Bescheid weiß, wird wissen, was das bedeutet. Alle anderen müssen noch ein paar Tage auf die Auflösung warten.

Blick auf den Lake Erie

Bin heute nur noch bis zum Fifth Wheel in Bowmanville ON gefahren, weil ich mich wegen dem heißen Wetter nach einer eiskalten Dusche sehnte. Die Duschräume sind in einem einwandfreien Zustand, das kommt fast auf Irving-Level heran. Derart von den Annehmlichkeiten dieses Truck Stops geblendet, bin ich dann auch noch ins Restaurant und habe mir dort das Buffet angetan.

Das war jedoch ein Fehler. Derart unterirdisch habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Das letzte Mal war es das Fifth Wheel in Milton und damals habe ich mich schon darüber ausgelassen. Die hatten also nicht nur einen schlechten Tag, das ist Konzept! Ich bin bestimmt nicht verwöhnt, aber eine Dose von dem Hundefutter hätte garantiert nicht anders geschmeckt.

So, ich werde jetzt ins Bett gehen und den 17 Dollar nachtrauern, die ich eben ausgegeben habe. Morgen werde ich versuchen, noch bis auf die Insel zu kommen, aber das ist schon noch ein sehr weites Stück. Salisbury wäre auch noch in Ordnung, da gibts dann wenigstens Internet für lau.